Aktuelle Informationen des Ministeriums zum eingeschränkten Pandemiebetrieb vom 7.1.2021

Liebe Eltern und Beschäftigte,

wir haben für Sie einige offizielle Informationsschreiben zum Download zusammengestellt. Sie betreffen den eingeschränkten Pandemiebetrieb und geben Auskunft zur Testung.

Bitte bleiben Sie gesund und zuversichtlich!


Minister wendet sich an Eltern und Beschäftigte - Stand 11.12.2020

Ministerium für Kinder, Familie,Flüchtlinge und Integration
des Landes Nordrhein-Westfalen, 40190 Düsseldorf

 

An die
Eltern und Familien
mit Kindern in Kindertagesbetreuungsangeboten
in Nordrhein-Westfalen

Kindertagesbetreuung bis zum 10. Januar 2021

Liebe Eltern,


ein weiteres Mal in diesem ereignisreichen Jahr wende ich mich mit einem persönlichen Brief an Sie. Die Dynamik der Coronapandemie zwingt uns leider immer wieder dazu, auch kurzfristig zu handeln. Das wird auch jetzt wieder der Fall sein. Die Lage ist sehr ernst. Die Maßnahmen des Lockdown Light im November haben das Infektionsgeschehen in den letzten Wochen gebremst, aber nicht gestoppt. Jetzt haben wir es erneut mit einem explodierenden Infektionsgeschehen und einer extrem angespannten Situation auf den Intensivstationen zu tun. Wir müssen handeln, ich muss handeln.

Die Situation in der Intensivmedizin erfordert eine drastische Reaktion. Wir müssen absehbar erneut in einen weitreichenden Lockdown gehen. Das gesellschaftliche Leben muss so weit wie möglich runtergefahren und Kontakte reduziert werden. Das gilt für das soziale, wirtschaftliche und kulturelle Leben. Jeder Kontakt, der nicht stattfindet, hilft.
Sie wissen, dass ich seit dem ersten Lockdown sehr stark für die Rechte der Kinder eingetreten bin. Es ist mir, nach den Erfahrungen des Frühjahrs ein wichtiges – das wichtigste Anliegen – unsere Kinder gut durch diese Pandemie zu bringen. Kein Kind soll abgehängt werden und kein Kind soll in dieser Krise Schaden nehmen. Dazu stehe ich. Deshalb habe ich im Spätsommer versprochen, die Kitas und die Kindertagespflege nicht wieder landesweit zu schließen. Dabei bleibt es. Ich werde kein erneutes Betretungsverbot wie im Frühjahr aussprechen.


Dennoch müssen wir auch in der Kindertagesbetreuung jetzt handeln. Dabei gilt: Kinder, für die der Besuch in ihrer Kindertagesbetreuung unverzichtbar ist, bekommen ein Betreuungsangebot. Aber ich appelliere an Sie: Bringen Sie Ihre Kinder in dieser Zeit nur dann in die Betreuung, wenn es unbedingt nötig ist. Machen Sie von allen anderen Möglichkeiten Gebrauch, Beruf und Betreuung zu vereinbaren und bringen Sie, wenn es Ihnen irgendwie möglich ist, Ihr Kind nicht in die Betreuung!


Gleichzeitig gilt – und ich möchte das ganz offen sagen, damit Sie dieses Angebot wirklich kennen und auch wahrnehmen, wenn es nötig ist: Wenn Sie Hilfe brauchen, werden Ihre Kinder betreut. Das kann neben beruflichen Gründen auch eine familiäre Überforderungssituation sein. Suchen Sie den vertrauensvollen Kontakt zu Ihrer Kita oder Kindertagespflegeperson! Sie und Ihre Kinder wer-den in dieser Situation nicht alleine gelassen.


Ich werde mich auch noch einmal mit einem Brief an die Beschäftigten der Kindertageseinrichtungen und die Kindertagespflegepersonen wenden und mich bedanken. Sie stehen in dieser Zeit mit einem unbeschreiblichen Engagement an der Seite Ihrer Kinder, sind wirklich Heldinnen und Helden dieser Pandemie. Nehmen Sie auf die Beschäftigten in den Kindertageseinrichtungen und die Kindertagespflegepersonen in dieser Zeit bitte die allergrößte Rücksicht!
Helfen Sie mit.

Herzliche Grüße
Ihr
Dr. Joachim Stamp

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Ministerium für Kinder, Familie,Flüchtlinge und Integration
des Landes Nordrhein-Westfalen, 40190 Düsseldorf

An die
Leitungen und Beschäftigen
der Kindertageseinrichtungen
und
die Kindertagespflegepersonen
in Nordrhein-Westfalen

Kindertagesbetreuung bis zum 10. Januar 2021

Sehr geehrte Damen und Herren,


ein weiteres Mal in diesem ereignisreichen Jahr wende ich mich mit einem persönlichen Brief an Sie. Die Dynamik der Coronapandemie zwingt uns leider immer wieder dazu, auch kurzfristig zu handeln. Das wird auch jetzt wieder der Fall sein. Ich sage es Ihnen wie es ist: Die Lage ist sehr ernst. Die Maßnahmen des Lockdown Light im November haben das Infektionsgeschehen in den letzten Wochen gebremst, aber nicht gestoppt. Jetzt haben wir es erneut mit einem explodierenden Infektionsgeschehen und einer extrem angespannten Situation auf den Intensivstationen zu tun. Wir müssen handeln, ich muss handeln.


Die Situation in der Intensivmedizin erfordert eine drastische Reaktion. Wir müssen absehbar erneut in einen weitreichenden Lockdown gehen. Ich habe Sie darüber bereits heute Vormittag in einer Offiziellen Information informiert. Das gesellschaftliche Leben muss so weit wie möglich runtergefahren und Kontakt reduziert werden. Das gilt für das soziale, wirtschaftliche und kulturelle Leben. Jeder Kontakt, der nicht stattfindet, hilft.

Auch die Kindertagesbetreuung soll in dieser Zeit auf ein Minimum reduziert werden. Ich habe das in der Offiziellen Information und in der Pressekonferenz klar formuliert und wende mich mit diesem Appell auch in einem Schreiben noch einmal an alle Eltern. Alle Eltern sind aufgefordert, von allen anderen Möglichkeiten Gebrauch zu machen, Beruf und Betreuung zu vereinbaren und ihr Kinder nur in die Betreuung zu bringen, wenn dies absolut notwendig ist. Um die Weihnachtszeit und zwischen den Jahren wird dies in vielen Fällen gut möglich sein, weil viele Eltern Urlaub haben. Und die geplanten Schließzeiten in der Kindertagesbetreuung werden umgesetzt.


Darüber hinaus werden die Angebote der Kindertagesbetreuung nicht geschlossen. Ich werde nicht wie im Frühjahr ein Betretungsverbot aussprechen. Das hat einen sehr schwerwiegenden Grund, den ich Ihnen, die in dieser Pandemie so Großartiges leisten, in aller Ehrlichkeit erläutern will: Ich bin in großer Sorge vor den Folgen, die eine erneute Schließung der Kindertagesbetreuung für Kinder hätte. Es ist mir, nach den Erfahrungen des Frühjahrs ein wichtiges – das wichtigste Anliegen – unsere Kinder gut durch diese Pandemie zu bringen. Ich spreche hier grundsätzlich von allen Kindern, die Ihre Förderung, Ihre Bildungsangebote und die vertrauensvolle Beziehung zu Ihnen als Erzieherinnern und Erzieher und Kindertagespflegepersonen brauchen. Kein Kind soll in dieser Pandemie abgehängt werden. Und vor allem soll kein Kind in dieser Krise Schaden nehmen. Das ist der Grund, warum ich im Spätsommer versprochen habe, die Kitas und die Kindertagespflege nicht wieder landesweit zu schließen. Dazu stehe ich.


Deshalb muss es für die Familien, die eine Betreuung wirklich benötigen, ein Angebot geben. Ich spreche das in meinem Schreiben an die Eltern ganz klar aus in der Hoffnung, dass Eltern dieses Angebot im Sinne ihrer Kinder wahrnehmen, wenn es nötig ist: Wenn Eltern Hilfe brauchen, werden ihre Kinder betreut. Wir alle wissen, dass gerade um die Feiertage herum, und nun mit zusätzlichem Stress durch die Coronapandemie, Überforderung, Krisen und Konflikte in den Familien auftreten können. Ich bitte Eltern deshalb, sich vertrauensvoll an Sie zu wenden, wenn eine Betreuung notwendig ist. Wir dürfen Kinder und Familien in dieser Situation nicht alleine lassen.

Ich weiß, viele von Ihnen sind bis zum Anschlag belastet. Ich weiß, dass nun erneut viel von Ihnen verlangt wird. Aber ich weiß, dass Sie es leisten werden. Nicht weil es selbstverständlich ist, sondern weil Sie eine unvergleichliche, persönliche und professionelle Haltung zu Kindern haben. Dieser Wert wird in diesem Jahr so sichtbar wie nie. Wir können Ihnen nicht genug dafür danken.


Ich betone das auch in meinem Brief an die Eltern noch einmal ganz ausdrücklich und weise darauf hin, dass auf Sie, die Beschäftigten und die Kindertagespflegepersonen, in diesen Tagen die allergrößte Rücksicht zu nehmen ist! Wie auch immer Sie entscheiden, die Kinder in dieser Zeit zu begleiten und das Betreuungsangebot zu gestalten, Sie haben volle Rückendeckung, meine Unterstützung und tiefsten Respekt.
Ich danke Ihnen.

Herzliche Grüße
Ihr
Dr. Joachim Stamp


Corona-Update vom 9.12.2020 - 2 Ministeranschreiben zum Pandemiebetrieb der Kitas und der Kindertagespflege

 

Zum Pandemiebetrieb der Kitas:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,


dieses Jahr hat uns alle vor ungeahnte Herausforderungen gestellt. Zwar konnte mit den Maßnahmen des Lockdown Light seit Anfang November der exponentielle Anstieg des Infektionsgeschehens gebremst werden, aber es gibt keine Entwarnung. Die Infektionszahlen sind immer noch hoch. Wir alle haben gehofft, dass die neuerlichen Maßnahmen zu einer deutlicheren Reduzierung der Infektionszahlen führen. Das ist leider nicht der Fall. Und auch wenn wir mit Blick auf den möglichen Impfschutz mittlerweile ein Licht am Ende des Tunnels sehen, müssen wir realistisch zur Kenntnis nehmen: die Pandemie wird uns auch im nächsten Jahr weiter beschäftigen.

Gerade deshalb brauchen wir auch für die Kindertagesbetreuung eine Perspektive, die durch die nächsten Wochen und Monate trägt. Die Kinder brauchen gerade in diesen schwierigen Zeiten mit vielen Verunsicherungen ihren pädagogischen Alltag in einem gewohnten Rahmen. Kinder haben auch in einer Pandemie das Recht auf frühkindliche Bildung, auf individuelle Förderung, liebevolle Begleitung und Kontakt mit ihren Freundinnen und Freunden. Und deshalb wird es in meiner Verantwortung, wie versprochen, keine landesweiten Schließungen von Kindertagesbetreuungsangeboten geben. Was aber auch klar ist – und das war es von Anfang an: Der Regelbetrieb in Pandemiezeiten ist kein normaler Regelbetrieb. Er war von Anfang an ein Pandemiebetrieb, der insbesondere den Beschäftigten viel abverlangt. Der Alltag ist anders, es gibt viele neue Herausforderungen, es müssen flexible und kreative Lösungen gefunden werden und es gibt Sorgen und Ängste. Und trotz allem stehen die Leitungen und die Beschäftigten der Kindertageseinrichtungen mit großer fachlicher Expertise und mit Herzblut an der Seite der Kinder. Sie machen das möglich, was möglich ist. Aber es ist in diesen schwierigen Monaten eben nicht alles möglich. Das muss allen zusammen klar sein. Wir sind den Beschäftigten in unseren Kitas zu ganz großem Dank verpflichtet.


Mit den hohen Infektionszahlen der letzten Wochen hat sich die Lage noch einmal verändert. Mit dem insgesamt höheren Infektionsgeschehen waren auch zahlreiche Kindertageseinrichtungen von Infektionen, Quarantänen oder Verdachtsfällen betroffen. Maßnahmen des Infektionsschutzes prägen noch einmal deutlicher den Alltag der Kindertagesbetreuung. Wir haben mit dem Alltagshelfer-Programm bereits Entlastung geschaffen und werden dieses Programm auch im laufenden Kindergartenjahr bis Ende Juli 2021 verlängern. Dennoch ist dies eine Zeit besonderer Herausforderungen. Dabei stellt sich die Lage in den Kitas landesweit sehr unterschiedlich dar. Es gibt Kitas, in denen der Regelbetrieb unter Pandemiebedingungen weitgehend problemlos lief und läuft und es gibt Kitas, die ihre Belastungsgrenze erreicht und teilweise auch schon überschritten haben. Über die Situationen vor Ort haben mein Haus und ich uns mit den Trägern, wie seit Beginn der Pandemie, eng ausgetauscht und um Lösungsansätze gerungen. Für den Austausch mit der Praxis habe ich im Herbst außerdem ein Gremium mit Kita-Leitungen ins Lebengerufen. Ich möchte das als Signal auch noch einmal an die Leitungen und Beschäftigten in ganz NRW geben: Ich habe in den vergangenen Wochen Ihre Stimmen gehört und Ihre Situationen gesehen, die einfacheren und die schwierigeren. Aus diesem Austausch und weiteren Gesprächen weiß ich auch, wie souverän und vorausschauend Kita-Leitungen mit ihren Teams den Alltag an die jeweilige Situation angepasst haben.


Das neue Konzept für Kindertageseinrichtungen im Pandemiebetrieb, das zeitgleich mit diesem Schreiben veröffentlicht wird, soll Sie dabei unterstützen. Es zeigt Gestaltungsspielräume auf und erleichtert deren Anwendung. Es sichert in diesem Fall auch die Weiterfinanzierung. Und es soll in der Zusammenarbeit zwischen Kindertageseinrichtung und Eltern Klarheit darüber schaffen, welche Anpassungen im täglichen Betrieb möglich und ggf. notwendig sind. Welche Maßnahmen vor Ort getroffen werden, muss individuell entschieden werden. Dabei ist jedoch unmissverständlich klar: Das, was Träger und Einrichtungen entscheiden, gilt – sei es in der Umsetzung von Gruppentrennungen, im Umgang mit kranken Kindern oder Anpassungen im pädagogischen Alltag. Diese Entscheidungen haben die volle Rückendeckung des Ministeriums. Für den Fall, dass diese Anpassungen nicht ausreichen, um die Situation in der Einrichtung zu sichern oder zu entlasten, eröffnen wir Kitas mit einer landesrechtlichen Regelung in der Coronabetreuungsverordnung außerdem die Möglichkeit die Betreuungsumfänge zeitlich und im Umfang begrenzt zu reduzieren. Auch in diesem Fall gilt die Weiterfinanzierungszusage.

Es ist mir ein großes Anliegen, an dieser Stelle Ihnen, liebe Eltern noch einmal klar zu sagen und zu versichern: Diese kitascharfen Einschränkungen sind das letzte Mittel in sehr angespannten Situationen. Sie dienen dazu, den Betreuungsanspruch grundsätzlich aufrechtzuerhalten. Und sie sind im Umfang auf sechs Stunden die Woche begrenzt. Das ist mir sehr wichtig. Denn ich bin mir absolut im Klaren darüber, dass Ihnen die Coronapandemie in den letzten Monaten viel abverlangt hat. Sie haben im Lockdown im Frühjahr alles gegeben. Vielfach sind Ihre Reserven an Urlaubs- und Kinder-krankentagen schon stark beansprucht oder gar aufgebraucht. Sie sind dem Druck ausgesetzt, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Dies kann an den Rand der Kräfte führen. Dies gilt für Sie, aber es gilt eben auch für das Personal in den Kitas.

In diesem Sinne:
Liebe Kita-Leitungen,
liebe Beschäftige,
liebe Eltern,

lassen Sie uns jetzt noch stärker zusammenhalten und gemeinsam alle Möglichkeiten nutzen, um unsere Kinder gut durch diese Krise zu bringen. Ich bleibe dabei an Ihrer Seite. Wir werden die Situation und die Umsetzung des Konzeptes laufend beobachten. Wir sind mit den Trägern der Kindertageseinrichtungen für Januar zu einer ersten Auswertung fest verabredet und bleiben auch darüber hinaus im engen Austausch. Seien Sie versichert, dass wir Sie mit Ihren Herausforderungen weiter eng begleiten.


Für die kommenden Feiertage wünsche ich Ihnen trotz der schwierigen Bedingungen eine ruhige und schöne Zeit mit der Familie. Mögen Sie sich alle im Rahmen der Möglichkeiten von diesem so herausfordernden und schwierigen Jahr ein wenig erholen und passen Sie gut aufeinander auf.

Herzliche Grüße
Ihr
Dr. Joachim Stamp

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Zum Pandemiebetrieb der Kindertagespflege

 

Sehr geehrte Damen und Herren,


dieses Jahr hat uns alle vor ungeahnte Herausforderungen gestellt. Zwar konnte mit den Maßnahmen des Lockdown Light seit Anfang November der exponentielle Anstieg des Infektionsgeschehens gebremst werden, aber es gibt keine Entwarnung. Die Infektionszahlen sind immer noch hoch. Wir alle haben gehofft, dass die neuerlichen Maßnahmen zu einer deutlicheren Reduzierung der Infektionszahlen führen. Das ist leider nicht der Fall. Und auch wenn wir mit Blick auf den möglichen Impfschutz mittlerweile ein Licht am Ende des Tunnels sehen, müssen wir realistisch zur Kenntnis nehmen: die Pandemie wird uns auch im nächsten Jahr weiter beschäftigen.


Gerade deshalb brauchen wir auch für die Kindertagesbetreuung eine Perspektive, die durch die nächsten Wochen und Monate trägt. Die Kinder brauchen gerade in diesen schwierigen Zeiten mit vielen Verunsicherungen ihren pädagogischen Alltag in ihrem gewohnten, in der Kindertagespflege sehr familiären Rahmen. Kinder haben, auch in einer Pandemie, das Recht auf frühkindliche Bildung, auf individuelle Förderung, liebevolle Begleitung und Kontakt mit ihren Freundinnen und Freunden. Und deshalb wird es in meiner Verantwortung, wie versprochen, keine landesweiten Schließungen von Kindertagesbetreuungsangeboten geben.

Was aber auch klar ist – und das war es von Anfang an: Der Regelbetrieb in Pandemiezeiten ist kein normaler Regelbetrieb. Er war von Anfang an ein Pandemiebetrieb, der insbesondere den Kindertagespflegepersonen viel abverlangt. Der Alltag ist anders, es gibt viele neue Herausforderungen, es müssen flexible und kreative Lösungen gefunden werden und es gibt Sorgen und Ängste. Und trotz allem stehen die Kindertagespflegepersonen mit großer fachlicher Expertise und mit Herzblut an der Seite der Kinder. Sie machen das möglich, was möglich ist. Aber es ist in diesen schwierigen Monaten eben nicht alles möglich. Das muss allen zusammen klar sein. Da wo es möglich war und ist, haben wir einen Gleichlauf von Empfehlungen und Konzepten zur Umsetzung der verschiedenen Pha-sen der Kindertagesbetreuung zwischen Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegepersonen hergestellt.

Die Inhalte des zu Kindertageseinrichtungen vorgelegten Konzeptes lassen sich überwiegend aber nicht auf die Kindertagespflege übertragen. Dies gilt beispielsweise beim Thema Gruppen- bzw. Kohortentrennung. Gleichwohl können auch Sie, liebe Kindertagespflegepersonen, Gestaltungsspielräume nutzen. Zum Teil sind es die gleichen Gestaltungsspielräume, die auch den Kindertageseinrichtungen zur Verfügung stehen, zum Teil sind es andere.
Als Gestaltungsspielräume stehen Ihnen beispielsweise folgende Elemente zur Verfügung, die Sie flexibel und bedarfsgerecht umsetzen können und vielerorts vielleicht auch schon nutzen:

  • Ausweitung der Maskenpflicht unter Erwachsenen (das heißt auch dann, wenn der 1,5 m Abstand einhaltbar ist)
  • Engere Auslegung des Umgangs mit kranken Kindern
  • Gestaffelte Vorgaben zu Bring- und Abholzeiten
  • Weniger Flexibilität in Randzeiten
  • Räumliche Gruppentrennung in der Großtagespflege, kein Wechsel von betreuten Kindern zwischen den ihnen pädagogisch und vertraglich zugeordneten Kindertagespflegepersonen
  • Einschränkungen für die Eltern beim Betreten der Kindertagespflegestelle (Bring- und Abholsituationen soweit möglich in den Außenbereich verlegen)
  • Reduzierung des individuellen Betreuungsumfangs im Einvernehmen mit den Eltern


Welche Maßnahmen vor Ort getroffen werden, muss individuell entschieden werden. Es muss aber klar sein: Das, was Kindertagespflegepersonen beispielsweise im Umgang mit kranken Kindern entscheiden, gilt. Diese Entscheidungen haben die volle Rückendeckung des Ministeriums.

Ich bin mir darüber im Klaren, dass Ihnen, liebe Eltern, die Coronapandemie viel abverlangt hat. Mir ist der Druck, der auf Ihnen lastet, bewusst. Sie haben im Lockdown im Frühjahr alles gegeben. Vielfach sind Ihre Reserven an Urlaubs- und Kinderkrankentagen schon stark beansprucht oder gar aufgebraucht. Sie sind dem Druck ausgesetzt, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Dies kann an den Rand der Kräfte führen. Dies gilt aber nicht nur für Eltern, sondern auch für die Kindertagespflegepersonen.


Liebe Kindertagespflegepersonen,
liebe Eltern,


lassen Sie uns jetzt noch stärker zusammenhalten und gemeinsam alle Möglichkeiten nutzen, um unsere Kinder gut durch diese Krise zu bringen. Ich bleibe dabei an Ihrer Seite. Lassen Sie uns alle ei-nander gegenseitig stützen und schützen.
Für die kommenden Feiertage wünsche ich Ihnen trotz der schwie-rigen Umstände eine ruhige und schöne Zeit mit der Familie.

Herzliche Grüße
Ihr
Dr. Joachim Stamp

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Kindertageseinrichtungen im Pandemiebetrieb

20201207_Kindertageseinrichtungen im Pandemiebetrieb.pdf (273,0 KiB)

Zur aktuellen Lage und den Auswirkungen auf die Kindertagesbetreuung

Minister Dr. Joachim Stamp schreibt am 6.11. 2020 Einrichtungen, Betreuer*innen und den Eltern:

Sehr geehrte Damen und Herren,

seit März leben wir nun mit dem Coronavirus und sind seitdem viele schwierige Schritte miteinander gegangen. Das pädagogische Per-sonal in den Kitas und die Kindertagespflegepersonen haben im Frühjahr die Angebote frühkindlicher Bildung in Zeiten einer nie dagewesenen pandemischen Situation aufrechterhalten und sind im Sinne der Kinder unter großem persönlichen Einsatz die Öffnungsschritte mitgegangen. Neben all den Ängsten, Sorgen und Herausforderungen, die es zu bewältigen galt, wurde unter schwierigen Bedingungen die Rückkehr in den Regelbetrieb herausragend gemeistert. Ohne Ihr Engagement für die Kinder und Ihr beherztes Handeln vor Ort wäre das alles nicht möglich gewesen. Das verdient unseren Respekt. Ich habe das schon oft gesagt, aber ich meine es auch so: Ich danke Ihnen für Ihren großartigen Einsatz!

Nun sind wir erneut mit einer hochdynamischen pandemischen Lage konfrontiert. Die aktuelle Situation hat in der Kindertagesbetreuung und bei den Familien in Nordrhein-Westfalen gewiss zu einer großen Verunsicherung geführt. Mit dem Beschluss der Bundeskanzlerin und der Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder werden nun im November ein weiteres Mal große Teile des gesellschaftlichen, sozialen und kulturellen Lebens zeitlich begrenzt heruntergefahren. Die Angebote der Kindertagesbetreuung sind davon ausdrücklich ausgenommen.

Ich habe diese Position sehr früh in dieser Pandemie vertreten und tue dies auch jetzt: Kinder haben ein Recht auf frühkindliche Bildung auch in Zeiten einer Pandemie. Die Zeit des Betretungsverbotes hat uns wie unter einem Brennglas gezeigt, wie unverzichtbar die Frühe Bildung ist. Ein anregungsreiches Umfeld, das freie Spiel und der Kontakt mit Gleichaltrigen, die vertrauensvolle Beziehung zu den pädagogischen Kräften in der Kita sowie zu den Kindertagespflegepersonen, frühkindliche Bildungsangebote und individuelle Förderung, Sprachförderung, notwendige therapeutische An-gebote im Umfeld der Kindertagesbetreuung, bis hin zum gemeinsamen gesunden Mittagessen – die Kindertagesbetreuung ist zentraler Bestandteil im Leben der Kinder und ihrer Familien und unverzichtbar für Chancengleichheit, Integration und Kinderschutz sowie für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sie ist mehr als systemrelevant.

Deshalb habe ich Kindern und Familien bereits im September eine Bildungs- und Betreuungsgarantie gegeben. Es wird keine landesweite Schließung von Kitas und Angebote der Kindertagespflege mehr geben. Was aber auch völlig klar ist, das wissen Sie alle genau wie ich: Das ist ein Regelbetrieb in einer Pandemie und somit unter einzigartigen und extrem herausfordernden Bedingungen.

An jedem Tag müssen in der Kita und Kindertagespflege eine Fülle von Entscheidungen getroffen und zahlreiche Probleme gelöst werden. Das betrifft den pädagogischen Alltag insgesamt, die Ausgestaltung der Zusammenarbeit zwischen Eltern und Kindertagesbetreuung – immer in Abstimmung mit dem Träger und unter Berücksichtigung des Infektionsgeschehens und in Abwägung der Interessen der Beschäftigten, der Kinder, der Eltern und Familien. Das ist keine leichte Aufgabe. Ich will an dieser Stelle dem pädagogischen Personal und den Kindertagespflegepersonen daher noch einmal ausdrücklich den Rücken stärken: Die Lösungen, die Sie vor Ort finden, um Bildung, Erziehung und Betreuung weiter zu leisten und die Entscheidungen, die Sie für den pädagogischen Alltag treffen,sind Ausdruck Ihrer fachlichen Expertise und haben die volle Rückendeckung des Kinder- und Jugendministeriums.


Wir wollen Sie in Ihrer pädagogischen Arbeit bestmöglich unterstützen und entlasten. Die Landesregierung hat daher mit dem „Kita-Helfer-Programm“ im Sommer ein Programm zur Unterstützung im nicht-pädagogischen Bereich gestartet. Dass dieses Programm so gut angekommen ist, freut mich sehr. Wir bekommen sehr positive Rückmeldungen, dass der Einsatz der Kita-Helferinnen und Helfern die Fachkräfte in den Einrichtungen entlastet und Zeit schafft für die so wichtige pädagogische Arbeit. Ich habe mich sehr für eine Verlängerung eingesetzt und freue mich, dass ich Ihnen jetzt mitteilen kann, dass wir das Programm auch im nächsten Jahr, bis zum Ende dieses Kindergartenjahres am 31. Juli 2021, weiterführen werden. Darüber hinaus werden wir den Kitahelferinnen und Kitahelfern eine anschließende Weiterqualifizierung anbieten.

Seit Beginn der Pandemie befindet sich mein Ministerium im regelmäßigen Austausch mit den Trägern der Kindertagesbetreuung, die uns kontinuierlich über die Entwicklungen und über die Rückmeldungen aus der Praxis der Kitas und der Kindertagespflege informiert haben. Wir konnten hier feststellen, dass der Regelbetrieb insgesamt erfolgreich angelaufen ist. Es gab Infektionsfälle, aber es waren keine größeren Infektionsgeschehen in der Kindertagesbetreuung zu beobachten. Auch wissenschaftliche Studien wie die Frankfurter Kita Studie geben bisher keine Hinweise darauf, dass von Kindern ein erhöhtes Infektionsrisiko ausgeht. Das heißt weiterhin nicht, dass Kinder nicht infektiös sind und es nicht auch zu Ansteckungen im Team kommen kann.

Mit dem aktuell wieder dynamischen Infektionsgeschehen und damit steigenden Infektionszahlen haben sich daher auch die Sorgen wieder vergrößert. Fragen im Umgang mit der Pandemie prägen den Alltag in der Kindertagesbetreuung wieder stärker als noch im Sommer. Um Sie hier weiter zu unterstützen, erhalten Sie parallel zu meinem Schreiben Informationen und Materialien (im Download unter diesem Schreiben). Die individuelle Ausgestaltung muss aber selbstverständlich immer so erfolgen, wie es zu den personellen, räumlichen und pädagogischen Bedingungen des Kindertagesbetreuungsangebotes passt. Außerdem werden wir den Beschäftigten in den Kindertageseinrichtungen und den Kindertagespflegepersonen noch einmal 2 Millionen FFP2-Masken zur Verfügung stellen.

Mit Blick auf die kommenden Monate ist davon auszugehen, dass angesichts des steigenden Infektionsgeschehens weitere Fragen und Probleme auf uns zukommen werden. Das gilt für die Praxis vor Ort, für die Trägerlandschaft und auch für die Landesverwaltung. Nicht auf alles kann es in dieser aktuell wieder so dynamischen Lage sofort eine Antwort geben. Wir bleiben im ständigen Austausch mit den Trägern der Kindertagesbetreuung, um gemeinsam aktuelle Entwicklungen zu bewerten, Lösungen zu diskutieren und auch zu reagieren. Dabei ist aus unseren Erfahrungen der letzten Monate eines klar: Es gibt leider nicht die eine Lösung gegen diese Pandemie – so sehr wir uns das alle herbeisehnen. Es gibt zahlreiche Bausteine, die von den Beschäftigten in der Kindertagesbetreuung, den Kindertagespflegepersonen und den Eltern vor Ort verantwortungsvoll umgesetzt werden müssen. Das erfordert auf allen Seiten eine enorme Bereitschaft, sich mit der aktuellen Situation auseinanderzusetzen. All dies stellt an die Kitaleitungen, das pädagogische Personal und die weiteren Beschäftigten, die Kindertagespflegepersonen, aber auch die Eltern extrem hohe Anforderungen. Dass sich alle Beteiligten dem täglich stellen, verdient höchste Anerkennung.

Das gemeinsame Ziel, Kindern den Besuch ihrer Kita, ihrer Kindertagespflegestelle zu ermöglichen, wird uns allen viel abverlangen. In diesem Sinne: Passen Sie aufeinander auf und nehmen Sie Rücksicht aufeinander! Nur in gemeinsamer Anstrengung werden wir diese Situation bewältigen. Wir als Land bleiben dabei auch weiterhin an Ihrer Seite und werden Sie, in enger Abstimmung mit den Trägern, durch diese Pandemie begleiten.

Herzliche Grüße
Ihr
Dr. Joachim Stamp


Aus aktuellem Anlass:

Was tun, wenn das Kind sich in der Corona-Zeit unwohl fühlt? Leitungkraft der Kita Hannes, Ines Fietze, hat für Eltern ein Schaubild erarbeitet, das eine Hilfestellung bietet:

Sehr geehrte Damen und Herren,

in den letzten Monaten sind wir viele Schritte gemeinsam gegangen: vom Betretungsverbot für Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen mit einem Notbetreuungsangebot für Personen der kritischen Infrastruktur, über eine erweiterte Notbetreuung bis hin zum eingeschränkten Regelbetrieb. Sie, die Beschäftigten in den Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegepersonen, haben es innerhalb kürzester Zeit geschafft, in der Pandemie einen neuen Alltag nicht nur zu organisieren, sondern auch unter den gegebenen Bedingungen pädagogisch wertvoll und liebevoll zu gestalten. Das war ein unglaublicher Kraftakt! Auch Sie, liebe Eltern, haben diesen Kraftakt geleistet und vor allem die Kinder, die für uns alle im Mittelpunkt stehen.


Viele Familien, aber auch die Beschäftigten in den Kindertageseinrichtungen und die Kindertagespflegepersonen bewegt in den letzten Wochen die Frage, wann die Rückkehr zum Regelbetrieb stattfinden kann. Wann können die gewohnten pädagogischen Konzepte wieder umgesetzt werden? Wann können die vertraglich vereinbarten Betreuungsumfänge wieder angeboten und genutzt werden? Wann kann auf die strikte Trennung der Gruppen verzichtet werden?

Für mich stand immer fest: zum Schutz aller, der Beschäftigten und der Kindertagespflegepersonen, der Kinder und auch der Eltern kann der Regelbetrieb nur aufgenommen werden, wenn dies der Infektionsschutz zulässt. Dieser Zeitpunkt ist jetzt gekommen. Zum 17. August gehen wir – unter Berücksichtigung der nach wie vor bestehenden Pandemie – wieder in den Regelbetrieb.


Der eingeschränkte Regelbetrieb war ursprünglich befristet bis zum 31. August. Dass wir nun etwas früher als geplant mit dem Regelbetrieb starten, ist insbesondere dem Wunsch geschuldet, grundsätzlich einen Gleichklang mit Schule herzustellen. Dort soll mit dem Beginn des neuen Schuljahres am 12. August der Regelbetrieb aufgenommen werden. In enger Absprache mit den Trägern und Kommunen haben wir uns für die Kindertagesbetreuung nun für den Beginn auf den 17. August verständigt, um auch denen, die ihre Ferienschließzeiten in der zweiten Hälfte der Schulferien haben, genug Vorbereitungszeit für diesen nächsten Schritt einzuräumen.


Vor allen bisherigen Öffnungsschritten stand eine sorgfältige Abwägung zwischen dem Infektionsschutz, dem Gesundheitsschutz aller Beteiligten, den Rechten der Kinder und den Interessen der Familien. Diese Abwägung war immer schwierig. Auch die jetzige Entscheidung habe ich mir nicht leichtgemacht und mich in Gesprächen mit Trägern und Kommunen, Gewerkschaften, anderen Landesressorts, Kinderärztinnen und -ärzten intensiv beraten und bei der Entscheidung sowohl wissenschaftliche Ergebnisse als auch die Erfahrungen aus dem eingeschränkten Regelbetrieb berücksichtigt.


In der Zeit des eingeschränkten Regelbetriebes in der Kindertagesbetreuung ist es bislang zu keinem größeren Infektionsgeschehen gekommen. Mit einer Begleitstudie haben wir das am Modellstandort Düsseldorf auch wissenschaftlich untersuchen lassen. Insgesamt wurden 5.210 Personen in 155 Düsseldorfer Kitas über einen Zeitraum von vier Wochen zweimal wöchentlich auf eine Corona-Infektion getestet. Wir wollten mit der Studie Erkenntnisse darüber gewinnen, ob es in den Kita-Gruppen zu Infektionsketten kommt und ob von Kindern ein erhöhtes Infektionsrisiko ausgeht. Darauf gibt es nach den bisherigen Ergebnissen keine Hinweise. Den Zugang der Kinder zu frühkindlicher Bildung auf dieser Basis weiter einzuschränken, ist aus meiner Sicht nicht vertretbar.


Was ich aber auch ganz offen sagen will: Die Studienergebnisse können bisher auch nicht bestätigen, dass Kinder gar nicht infektiös sind. Mit diesem Risiko der Pandemie müssen wir lernen zu leben und bestmöglich umzugehen – das gilt für unseren Alltag generell und es gilt auch für den Alltag in der Kindertagesbetreuung. Deshalb haben wir für die Aufnahme des Regelbetriebs in Zeiten der Pandemie begleitende Empfehlungen verfasst, die beispielsweise Hygienemaßnahmen oder den Umgang mit Krankheitssymptomen betreffen. Ich bin zuversichtlich, dass wir in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsbereich zu praktikablen Empfehlungen gekommen sind, die auch weiterhin den bestmöglichen Schutz der Beschäftigten, Kindertagespflegepersonen und Kinder gewährleisten. Auch zur Frage der Betreuung von Kindern mit Schnupfen, die uns in den letzten Wochen sehr beschäftigt hat, haben wir in die Empfehlungen einen mit Kinderärztinnen und Kinderärzten abgestimmten Vorschlag aufgenommen, der die Interessen von Kindern und Eltern und den Schutz der Beschäftigten und Kindertagespflegepersonen berücksichtigt. Wichtig ist und bleibt, dass Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen sich gemeinsam mit den Eltern auf verantwortbaren Regelungen verständigen. Die detaillierte Regelung, die ab sofort gültig ist, finden Sie in der beigefügten „Offiziellen Information zum Umgang mit Krankheitssymptomen“.


Mir ist bewusst, dass die Öffnungsschritte der Kindertagesbetreuung bei allen Beteiligten immer auch mit Ängsten verbunden waren und sind. Auch wenn wir im eingeschränkten Regelbetrieb keine größeren Infektionsgeschehen beobachten konnten, bleiben diese Sorgen nachvollziehbar und ich nehme sie unverändert sehr ernst. In diesem Zusammenhang freue ich mich, dass wir dem Wunsch der Beschäftigten und Kindertagespflegepersonen nach regelmäßigen Corona-Tests nun nachkommen können.

Ab dem 03.08.2020 erhalten alle Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen sowie Kindertagespflegepersonen das Angebot, sich bis zu den Herbstferien (09.10.2020) 14-tägig freiwillig und kostenlos testen zu lassen. Insgesamt werden wir die Entwicklung des Infektionsgeschehens weiterhin ganz genau beobachten und Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit von Kindern und Beschäftigten ergreifen, sollten sie notwendig werden.


Neben den Ängsten und Sorgen und den Herausforderungen habe ich in den letzten Wochen aber auch erlebt, dass die Rückkehr in die Kita oder Kindertagespflege bei Kindern, pädagogischen Kräften und Kindertagespflegepersonen eine große Freude ausgelöst hat. Lassen Sie uns in diesem Sinne den Weg in den Zeiten dieser Pandemie gemeinsam weitergehen. Gemeinsam werden wir diese schwierige Zeit meistern. Ich danke Ihnen für Ihr großartiges Mitwirken.

Herzliche Grüße
Ihr
Dr. Joachim Stamp


Infos zum Eingeschränkten Regelbetrieb

Presseinformation - 399/05/2020

Öffnung der Kindertagesbetreuung im eingeschränkten Regelbetrieb

Minister Stamp: Ab 8. Juni können alle Kinder in reduziertem Umfang zur Kindertagesbetreuung gehen
Das Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration teilt mit:

Nordrhein-Westfalen setzt sein klares Konzept der schrittweisen Öffnung der Kindertagesbetreuung unter Berücksichtigung des Infektionsgeschehens konsequent fort. Ab dem 28. Mai 2020 erfolgt wie geplant die Öffnung der Kindertageseinrichtungen für alle Vorschulkinder. Am 8. Juni geht Nordrhein-Westfalen den nächsten Schritt seines Öffnungsplans und wechselt von der erweiterten Notbetreuung in den eingeschränkten Regelbetrieb. Alle Kinder können dann in reduziertem Umfang wieder ihre Kindertageseinrichtung oder Kindertagespflege besuchen.


Familienminister Joachim Stamp: „Ich weiß, dass viele Familien in den letzten Wochen an die Grenze ihrer Belastbarkeit gekommen sind und vielen Kindern ohne frühkindliche Bildung täglich Chancen genommen werden. Es war mein fester Vorsatz, allen Kindern schnellstmöglich wieder ein Betreuungsangebot zu ermöglichen, sofern das verantwortbar ist. Daher bin ich sehr froh, dass wir angesichts des rückläufigen Infektionsgeschehens den nächsten Schritt unseres Öffnungsplans von der erweiterten Notbetreuung zu einem eingeschränkten Regelbetrieb gehen können.“


Für den Fall sinkender Infektionszahlen hat das nordrhein-westfälische Familienministerium frühzeitig konzeptionelle Vorschläge unter interdisziplinärer wissenschaftlicher Begleitung aus Kindheitspädagogik und Hygiene erarbeitet, wie Kita und Kindertagespflege in Zeiten von Corona einen Betrieb mit steigender Anzahl von Kindern ermöglichen können. Der eingeschränkte Regelbetrieb erfolgt im Rahmen des Infektionsschutzes. Zudem gibt das Land den Trägern Zeit, um die notwendige Umstellung sorgfältig vorbereiten zu können. Der eingeschränkte Regelbetrieb ab dem 8. Juni ist wie alle Schritte des Öffnungskonzepts eng mit den Kommunen und allen anderen Trägern abgestimmt.


Eingeschränkter Regelbetrieb der Kindertagesbetreuung ab 8. Juni:

  • Das Betretungsverbot für Kitas und Kindertagespflege wird aufgehoben;
  • die bisherige Notbetreuung wird aufgelöst;
  • alle Kinder dürfen wieder zu einem reduzierten Betreuungsum-fang von 35, 25 und 15 Stunden pro Woche statt 45, 35, 25 in die Kita kommen;
  • Kitas, die sich aufgrund räumlicher und personeller Kapazitäten in der Lage sehen, ein höheres Stundenangebot zu realisieren, können dies in Absprache mit den zuständigen Aufsichtsbehörden ermöglichen;
  • Kitas, die aufgrund der Personalsituation außer Stande sind, dieses Angebot zu erbringen, können in Absprache mit dem örtlichen Jugendamt auch nach unten abweichen; dies sollte nur in Ausnahmefällen geschehen;
  • Fälle des Kinderschutzes und besondere Härtefälle sind beim Betreuungsumfang zu berücksichtigen.
  • Der eingeschränkte Regelbetrieb ab dem 8. Juni gilt auch für Kinder, deren Eltern in der bisherigen Notbetreuung im Einzelfall eine umfangreichere Betreuung in Anspruch nehmen konnten.

Familienminister Stamp: „Ich appelliere an die Solidarität aller Eltern. Der Übergang in diese neue Phase des eingeschränkten Regelbetriebs wird eine große Herausforderung. Nicht alles wird reibungslos verlaufen. Die Bereitschaft zu Zugeständnissen ist von allen Seiten notwendig.“


Die Öffnung der Kindertagesbetreuung im eingeschränkten Regelbetrieb erfolgt mit quantitativen wie qualitativen Beschränkungen. Standards des Kinderbildungsgesetzes können noch nicht wieder erreicht und der Fachkraftschlüssel noch nicht erfüllt werden. Das nordrhein-westfälische Familienministerium hat aber klare Standards für den eingeschränkten Regelbetrieb definiert:

Es gibt nur feste Gruppen, keine offenen Konzepte;

  • in jeder Gruppe wird mindestens eine Fachkraft eingesetzt;
  • die Gruppen sind weiterhin räumlich voneinander getrennt;
  • alle Kontakte müssen nachvollziehbar sein, die Hygienekonzepte eingehalten werden.


Auch für die Kindertagespflege fällt das Betretungsverbot zum 8. Juni. Grundsätzlich können alle Kinder wieder zu ihren Tagespflegepersonen. Da aber in diesem Bereich nicht alle Kräfte zur Verfügung stehen, kann es zu reduzierten Betreuungsumfängen kommen.

Das Familienministerium begleitet den Schritt von der erweiterten Notbetreuung zum eingeschränkten Regelbetrieb mit einem wissenschaftlichen Monitoring in einer Modellkommune. Dabei werden regelmäßig wöchentlich mehrere tausend Kinder und Fachkräfte in Kindertageseinrichtungen getestet, das Infektionsgeschehen genau beobachtet und ausgewertet.

In einem weiteren wissenschaftlichen Monitoring werden die Schutzmaßnahmen arbeitsmedizinisch untersucht und dabei geprüft, in wieweit die Arbeitsschutz- und Hygienemaßnahmen zum Schutz der Beschäftigten und Kinder greifen.

Familienminister Stamp: „Die Belange der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben wir fest im Blick. Das ist mir sehr wichtig. Darum haben wir nicht nur einen ausreichenden zeitlichen Vorlauf zur Vorbereitung gewählt, sondern werden die Arbeit der Kitas vor Ort konkret unterstützen.“


Dazu zählt:

  • Lieferung von 2 Millionen FFP-2 Masken und 3 Millionen OP-Masken an die Jugendämter als Starthilfe im Rahmen der Arbeitsschutzmaßnahmen,
  • finanzieller Zuschuss an die Träger zum Ausgleich der außerge-wöhnlichen zusätzlichen Belastungen, die durch die Arbeits-schutzmaßnahmen entstehen,
  • telefonische Beratungsstelle für alle Kita-Leitungen, um Fragen zu Hygiene und Arbeitsschutz fachkompetent zu beantworten. Diese Beratung wird bereits ab dem 26. Mai 2020 zur Verfügung stehen.
  • Personalgewinnungsprogramm, mit dem Hilfskräfte für die Kitas gewonnen werden sollen, die die pädagogischen Fachkräfte vor Ort entlasten (z.B. Händewaschen, Schuhe an- und ausziehen usw.).


Familienminister Stamp: „Der Schritt, den wir jetzt gehen, ist eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Wir gehen ihn planvoll, verantwor-tungsbewusst und unter wissenschaftlicher Begleitung.“

Die Phase des eingeschränkten Regelbetriebs ist zunächst bis zum 31. August 2020 vorgesehen. Auf Basis der wissenschaftlichen Erkenntnisse wird Mitte August über die nächsten Schritte entschieden.

 


Bei Nachfragen wenden Sie sich bitte an die Pressestelle des Ministeriums für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration, Telefon 0211 837-2417.

Dieser Pressetext ist auch über das Internet verfügbar unter der Internet-Adresse der Landesregierung www.land.nrw

 

 

 

 

Informationen für Träger, Leitungen, Personal
von Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflegestellen

Öffnung der Kindertagesbetreuung


Ab dem 8. Juni 2020 wird das Betretungsverbot für die Kindertagesbetreuungsangebote in Nordrhein-Westfalen aufgehoben und ein eingeschränkter Regelbetrieb aufgenommen.

Alle Kinder haben dann wieder grundsätzlich einen – allerdings durch die Maßgaben des Infektionsschutzes eingeschränkten – Anspruch auf Bildung, Betreuung und Erziehung in einem Angebot der Kindertagesbetreuung.


Rechtsgrundlage dieses Öffnungsschrittes bleibt weiterhin der Infektionsschutz. Daher handelt es sich um ein sowohl in quantitativer als auch in qualitativer Hinsicht eingeschränktes Angebot.


Auf dieser neuen Stufe ist eine Bevorzugung einzelner Personengruppen nicht mehr vorgesehen. Aufgrund der nach wie vor bestehenden Pandemie soll die Betreuung unter Maßgaben des Infektionsschutzes grundsätzlich in eingeschränktem Umfang angeboten werden.

In Orientierung an den jeweiligen Betreuungsverträgen und in Anlehnung an das KiBiz sind dies in Kindertageseinrichtungen in Bezug auf den zeitlichen Betreuungsumfang

  • 15 statt 25 Stunden,
  • 25 statt 35 Stunden und
  • 35 statt 45 Stunden wöchentlich.

Die jeweilige Ausgestaltung obliegt den Einrichtungen. Aspekte des Kinderschutzes und besondere Härtefälle sind in Abstimmung mit dem Jugendamt zu berücksichtigen.

Die maximalen Größen der einzelnen Gruppensettings entsprechen den jeweiligen maximalen Gruppengrößen nach der Anlage zu § 19 KiBiz. Eine Überbelegung ist nur entsprechend den Vorgaben des KiBiz möglich. Neue Überbelegungen sollten möglichst vermieden werden.


Soweit eingeschränkte Personalressourcen dies erfordern, können in den Kindertageseinrichtungen nach Abstimmung mit dem jeweiligen Jugendamt auch geringere Betreuungsumfänge angeboten werden. Soweit die jeweiligen Personalressourcen dies zulassen und eine Überlastung der Gesamtsituation in der Einrichtung ausgeschlossen werden kann, sind in Abstimmung mit dem Landesjugendamt unter Einbeziehung des Jugendamtes auch höhere Betreuungsumfänge möglich.


In der Kindertagespflege erfolgt die Betreuung im Umfang der bestehenden Betreuungsverträge, soweit die besonderen Rahmenbedingungen in personeller und räumlicher Hinsicht vor Ort dies zulassen und eine Überlastung der Gesamtsituation ausgeschlossen werden kann. Soweit es die Gesamtsituation vor Ort erfordert, kann in Abstimmung mit der Fachberatungsstelle eine anteilige Reduzierung der Betreuungsumfänge erfolgen. Entscheidend ist, dass allen Kindern eine Betreuung ggf. auch in einem eingeschränkten Umfang ermöglicht wird.


Es dürfen allerdings keine Kinder betreut werden, die Krankheitssymptome aufweisen. Die Art und Ausprägung der Krankheitssymptome sind dabei unerheblich. Zudem dürfen sie nicht betreut werden, wenn Elternteile bzw. andere Personen aus häuslicher Gemeinschaft Krankheitssymptome von COVID-19 aufweisen. Auch dabei sind Art und Ausprägung der Krankheitssymptome unerheblich.


Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration
des Landes Nordrhein-Westfalen

 

Handlungshilfen für Eltern

Stand 25.03.2020

Handlungshilfen und Schutzmaßnahmen für die Übergabe und Betreuung Ihrer Kinder in der Notbetreuung

Liebe Eltern,

aktuell wird von allen Menschen ein Höchstmaß an Flexibilität und Achtsamkeit gefordert. Die Situation verlangt ein Eingehen auf die Bedürfnisse jedes Einzelnen, viel Rücksichtnahmen und einige Schutzmaßnahmen.

Uns zeigt sich bislang, dass dieser Herausforderung mit viel Verständnis und Hilfe begegnet wird.

Einige Fragen zu geeigneten Schutzmaßnahmen erreichen uns dazu regelmäßig.
Nachfolgend möchten wir Antworten geben.

 

Wie soll man den Abstand wahren in der Kinderbetreuung?
 „Gibt es besondere Hygieneauflagen für die Notbetreuung und wie setzen wir diese um?“

Liebevolle Fürsorge von Kindern, die Unterstützung und Pflege brauchen, ist mit 2m Abstand nicht machbar. Das ist wohl wahr, dennoch gibt es Möglichkeiten sich innerhalb und außerhalb der Einrichtung achtsam zu verhalten und die Voraussetzungen zu schaffen, dass beispielsweise beim Abholen der Kinder keine Wartesituationen entstehen, wo sich mehrere Familien direkt begegnen.

Was Sie tun können:

  • Im Eingangsbereich vor der Kita finden Sie Markierungen vor, die ermöglichen, einen sicheren Abstand beim Bringen und Holen Ihrer Kinder zu wahren. Bitte nutzen Sie diesen!
  • Übergeben Sie Ihr Kind an der Eingangstür. Nach dem Klingeln treten Sie bitte etwas zurück (Abstand von mind. 1,5 m wahren).
  • Wir bitten um Verständnis, dass das Betreten der Einrichtung von Eltern bis zum 19.04.20 nicht gestattet ist. Die Betreuungskräfte vereinbaren mit Ihnen eine tägliche Abholzeit, in der Sie Ihr Kind im äußeren Eingangsbereich nach einem abwechslungsreichen Spieltag „reisefertig“ wieder übernehmen können.
  • Bitte bringen Sie Ihr Kind nicht, wenn es Krankheitssymptome zeigt!

 

Was wir tun: 

  • In der Einrichtung mehrmals täglich stoßlüften.
  • Mit den Kindern viel rausgehen und, sofern ein abgeschlossener Kita/KiTS-Spielplatz vorhanden ist, diesen ausgiebig nutzen. Dies ist erlaubt, da das Kita/KiTS-Gelände nicht öffentlich ist.
  • Häufig und regelmäßig Händewaschen – z.B. sofort nach dem Bringen der Kinder und auch spielerisch mit den Kindern zwischendurch, die die Spielsachen „baden“ dürfen beispielsweise.
  • Regelmäßiges Desinfizieren und säubern der Einrichtung - auch Klinken oder Schalter, Flächen die häufig von unterschiedlichen Personen angefasst werden.
  • Kinder anleiten, dass sie in die Armbeuge niesen oder husten oder in Taschentücher, die dann sofort in den Müll kommen mit anschl. Händewaschen.
  • Beim Anfassen von Türklinken kann man Kindern gut vermitteln, dass der Ärmel jetzt ihr guter Freund ist und sie lieber den Ärmel über die Handziehen, wenn sie eine Türklinge anfassen.
     

Bitte beachten Sie, hinter jedem berufstätigen Elternteil in kritischer Infrastruktur steht eine ebenso notwendige Kinderbetreuungskraft und bitten um Ihr Verständnis und Ihre Mithilfe, den bestmöglichen Schutz aller zu wahren.

Wir danken Ihnen als Eltern, dass Sie derzeit achtsam „unterwegs“ sind und das Not-Betreuungsangebot nur in Anspruch nehmen, wenn Sie keine andere Form der Betreuungsmöglichkeit organisieren können.

Wir danken Ihnen auch, dass Sie diese großartige Leistung erbringen, im Dienst von uns allen, weiterhin „das System am Laufen“ zu halten – und das mit Obacht!

 

Sonja Becker - Geschäftsführung
Alternative Lebensräume GmbH