Beitrag 03/20 - Seit Anbeginn in 2007 ein verlässlicher Schirmherr und Wunschpate: Steffen Mues

… bekannt für die Übernahmen von Fußballwünschen! Vielen Dank auch an Steffen Mues für das Foto von 2007 oben, das er noch vorliegen hatte. Wunderbar!

Während seiner gesamten Amtszeit ist Steffen Mues der Schirmherr der Aktion Herzklopfen und gab bis zum Ende seiner Amtszeit den offiziellen Startschuss zur Phase 1 der Aktion, wenn die Wunschzettel ausliegen. Gegen Ende der 2. Phase war es auch schon zur Tradition geworden, dass er das AliBaba-Team im Sozialhäuschen auf dem Siegener Weihnachtsmarkt besuchte und sein persönliches Patengeschenk abgab. Und auch sein Bürgermeisterbüro hat Wunschengel übernommen.

Zum 20-jährigen Jubiläum haben wir ihn um ein Statement zur Aktion Herzklopfen gebeten und erfahren, dass er sich gerne auch in diesem Jahr wieder um einen Geschenke-Engel kümmern möchte.

Steffen Mues: „Als ich vor 20 Jahren gefragt wurde, ob ich die Schirmherrschaft für die ‚Aktion Herzklopfen‘ übernehmen möchte, musste ich nicht lange überlegen. Die Idee, Kindern unkompliziert und direkt eine Freude zu machen, hat mich von Anfang an begeistert. Besonders berührt hat mich damals, mit wie viel Herzblut alle Beteiligten an einem Strang gezogen haben, um die Wünsche wahr werden zu lassen. Dass dieses Engagement von AliBaba und alf über all die Jahre nicht nur geblieben ist, sondern sich der Radius immer weiter vergrößert hat, ist großartig. Für die Zukunft wünsche ich der Aktion, dass sie sich ihre Strahlkraft und diesen starken Rückhalt der Menschen in der Region bewahrt – damit auch in den kommenden Jahren viele Kinderherzen höher schlagen.“

Ganz lieben Dank für diese Wünsche und ja, wir werden unser Bestes dazu geben!

Wir bedanken uns mit einer kleinen Bilderserie – wir haben auf unserer Website ab 2011 übrigens 85 „Aktion Herzklopfen“ – Beiträge veröffentlicht.

2013 – auf dem Siegener Weihnachtsmarkt:

 

  2016 – einen von 613 wünschen erfüllt: 2020 – Herzklopfen bleibt angesagt, auch mit Armlänge Abstand eine Herzensangelegenheit!  
   

2024 – das letzte Mal für Herzklopfen im Amt und nach wie vor im Herzen – damaliger Schirmherr Steffen Mues - Dankeschön!

 

Beitrag 02/2026 - 253 Wünsche im ersten Jahr erfüllt

In 2007 startete das erste Mal die Aktion Herzklopfen.

2005 wurde für den Zweckbetrieb alia = Alternative Lebensräume Integration in die Arbeitswelt – das Ladenlokal „AliBaba – der märchenhafte Kinderladen“ ins Leben gerufen. Man startete in Siegens Oberstadt mit dem „Mehrwertkonzept“. Das beinhaltet nach wie vor das Sammeln, Aufarbeiten und zum Verkauf bereitstellen von Kinder-Secondhandwaren. Spenden aus der Region für Familien in der Region. Diese Arbeiten werden von Anleitenden und Zusatzkräften verrichtet, mit zu qualifizieren und ihnen eine berufliche Orientierung anzubieten sowie auf jeden Fall eine sinnvolle Betätigung, ob als Neueinsteigende oder im Vorfeld eines Wiedereinstiegs ins Berufsleben. Das AliBaba-Angebot galt zunächst nur Frauen und Mädchen. Seit 2015 werden auch Männer als Zusatzkräfte beschäftigt.

2007 also wurde das erste Mal die Aktion Herzklopfen von AliBaba ins Leben gerufen und damals im Stadtbereich von Siegen angeboten. Zu dem Zeitpunkt war zum Laden in der Oberstadt ein zweites Lokal in Kaan-Marienborn eingerichtet worden. 253 Kinderwünsche wurden im ersten Jahr erfüllt! Diese Zahl wurde anlässlich der Jubiläumsbroschüre zu 20 Jahre Alternative Lebensräume ermittelt.

In der Broschüre sind zudem weitere Notizen aus der Zeit festgehalten, aus dem Unternehmen, das mit www.alf-siegen.de online ging, aus Siegen und der Welt: Zum Beispiel, dass die zwei reichsten Menschen der Welt mehr Geld besaßen als die 45 ärmsten Länder erwirtschafteten, die Staatsverschuldung der BRD bei 1.588,5 Milliarden Euro lag, oder das Unwort des Jahres 2007 „Herdprämie“ lautete. Übrigens liegt die aktuelle Staatsverschuldung bei 2.753,5 Milliarden Schulden. Das letzte aktuelle Unwort ist „Sondervermögen“. Für 2026 dürfen noch bis Ende des Jahres Vorschläge bei der Uni Kassel eingereicht werden.

Beitrag 01/20 - Sonja Becker im Interview

Das Eingangsfoto stammt aus dem Jahr 2011, als die Aktion Herzklopfen im 5. Jahr angeboten wurde. Ein noch früheres Bild Ihres Engagements wurde nicht gefunden – immerhin reicht die „Aktuell-Chronik“ auf der alf-Website bis in dieses Jahr zurück.

Auf dem Foto sieht man auch das Plakat und das Herzklopfen-Logo. Beides steht nach wie vor für die Aktion.

Wenn Sie heute zurückblicken: Hätten Sie 2007 gedacht, dass die Aktion so lange besteht und in dieser Zeit 13.000 Wünsche erfüllt? Das 20. Jubiläumsjahr ist dabei noch nicht mitgezählt.

Sonja Becker: „Nein, ehrlich gesagt hätte ich mir das damals nicht vorstellen können. Am Anfang stand ein ganz einfacher Gedanke: Kinder aus Familien mit wenig Geld sollten an Weihnachten spüren, dass jemand an sie denkt und ihnen einen Herzenswunsch erfüllt. Wir haben in Siegen klein angefangen, mit einigen Geschenken und viel Zuversicht. Unser Bürgermeister hat sofort zugesagt, die Schirmherrschaft zu übernehmen. Schnell kamen Bürgerinnen und Bürger dazu, die mitmachen wollten.

Ich weiß noch gut, wie berührend es war, die vielen Geschenke entgegenzunehmen. Jedes war mit so viel Liebe verpackt, und keines glich dem anderen. Mit einer anfangs noch kleinen Kolonne an Ausfahrteams haben wir sie dann zu den Familien gebracht. Mit dem kleinen PKW die verschneiten Berge Siegens hinaufzukommen, war jedes Mal ein kleines Abenteuer. Bei der Logistik haben wir in all den Jahren sehr viel dazugelernt.

Am meisten bewegt hat mich, dass ich die Freude von zwei Seiten miterleben durfte. Da waren die Menschen, die mit großer Hingabe genau den Wunsch eines bestimmten Kindes erfüllt haben. Und da waren die Kinder, die ihr Geschenk schon vor Weihnachten von uns bekamen und es trotzdem noch nicht öffnen durften. Dieses Leuchten in ihren Augen vergesse ich nicht. Wunderschön waren auch die kleinen selbstgemalten Bilder, Gedichte und Grüße, mit denen sich die Kinder bedankt haben und die wir an die Schenkenden weitergeben durften.

Dass aus dieser kleinen Aktion 20 Jahre geworden sind, mit mehr als 13.000 erfüllten Wünschen und so vielen Menschen, die heute mitmachen, berührt mich sehr. Ich bin dankbar, ein Teil dieser Kette zu sein. Sie zeigt, wie viel Wärme entsteht, wenn viele Menschen gemeinsam etwas bewegen.“

Es ist schön, dass es die Aktion gibt. Aber ist es nicht auch traurig, dass sich an der Armut von Kindern in Deutschland kaum etwas geändert hat? Laut Armutsgefährdungsquote ist jedes fünfte Kind betroffen (Bertelsmann Stiftung). In den letzten 20 Jahren gab es zwar Schwankungen, aber keine grundlegende Verbesserung.

Sonja Becker: „Ja, das stimmt mich nachdenklich und manchmal auch traurig. Herzklopfen kann die Armut von Kindern nicht beseitigen, und dafür war die Aktion auch nie gedacht. Für Kinder bedeutet Armut ja nicht nur, dass Geld fehlt. Sie bedeutet oft auch, nicht dazuzugehören, sich zurückzunehmen und auf vieles zu verzichten, was für andere selbstverständlich ist. Ein Geschenk ändert daran nichts Grundsätzliches. Aber es sagt einem Kind: Du wirst gesehen, du bist nicht vergessen, und es gibt Menschen, denen du wichtig bist. Diese Botschaft kann viel bewirken.

Gerade weil sich in den letzten 20 Jahren so wenig grundlegend verbessert hat, dürfen wir nicht lockerlassen. Wir müssen das Thema immer wieder ansprechen und Politik und Gesellschaft an ihre Verantwortung erinnern. Gleichzeitig dürfen wir die Kinder, die heute betroffen sind, nicht allein lassen. Mich motiviert, dass so viele Menschen in Kreisgebiet Siegen – Wittgenstein jedes Jahr wieder mitmachen und sich zwischenzeitlich auch noch weitere Städte und deren Bürgermeister als Schirmherren der Aktion angeschlossen haben. Diese Solidarität gibt mir Hoffnung. Solange Kinder darauf angewiesen sind, machen wir weiter, mit ganzem Herzen.“

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