Weit über 100 Chancen vermittelt und in berufliche Karrieren verwandelt

Seit 2009 wird TEP durch die Trägerin Alternative Lebensräume GmbH und die Projektleiterin Ursula Rauscher umgesetzt. TEP, gefördert durch das Land NRW und kofinanziert durch den Europäischen Sozialfonds, steht für: Teilzeitberufsausbildung - Einstieg begleiten - Perspektiven öffnen. Genau das geschieht in den Kreisgebieten Siegen-Wittgenstein und Olpe, durch die Vermittlung von Menschen mit Familienverantwortung in eine Ausbildung in Teilzeit. In den vergangenen Jahren konnten weit über 100 Personen, zumeist Mütter, wenngleich auch Väter teilhaben können, ihre Chance zum Start einer beruflichen Karriere umsetzen.

Für die Kinder aufkommen und sich in die Gesellschaft einbringen

Ursula Rauscher lud aktuelle Teilnehmerinnen auf dem Weg in eine Ausbildung ins Ladenlokal >stadtschätze< der Trägerin ein und es fand sogleich ein intensiver Austausch darüber statt, was die Frauen mitbringen und was sie anstreben. Die Frauen sind zwischen 25 und 45 Jahre alt, haben bis zu vier Kinder und tragen Verantwortung. Was sie eint, ist der Wunsch nach einer finanziellen Unabhängigkeit, den Kindern etwas bieten zu können und ihnen ein gutes Vorbild zu sein. „Ich möchte unbedingt aus dem Leistungsempfang heraus, um auch meinen Kindern mal etwas bieten zu können. Ganz normal eben“, sagt nicht nur Derya, die gerne Köchin oder in einem naheliegenden Beruf tätig werden möchte. Rediona bekräftigt: „Ja, ich möchte die Familie auch mit einem Einkommen unterstützen und mich in die Gesellschaft einbringen.“ Sie würde gerne einen Beruf im medizinischen Bereich erlernen und Menschen helfen. Das trifft auch auf die 25-jährige Angelina zu, die eine Pflegefachassistentinnen-Ausbildung anstrebt: „Ich denke an meine Zukunft, besonders auch für das Alter. Ohne eine gute Arbeit gibt es auch später keine Rente.“ Sie plant weiterhin, eine berufliche Karriere auf dem Grundstock eines qualifizierten Abschlusses aufzubauen: „Wenn das eine nicht sofort geht, geht es eben über einen anderen Weg zum Ziel.“ Da ist sie pragmatisch und optimistisch zugleich.

TEP-Teilnehmerinnen schneiden oft auch in den Berufsschulen gut ab

Beim Interviewtermin sammelt die Gruppe in einer Art Brainstorming weitere Kompetenzen, die Mütter aus ihrer eigenen Erfahrung für das Berufsleben mitbringen, wie einen besseren Umgang mit Stress. Sie gäben nicht so leicht auf, seien gut organisiert und konzentriert, arbeiteten lösungsorientiert und zielgerichtet. Das kann Ursula Rauscher aus ihrer Sicht und aus den Rückmeldungen der Unternehmen untermauern: „Ich erlebe unsere Frauen mit Familienverantwortung im positiven Sinne kämpferisch. Sie hängen sich richtig in die Ausbildung hinein und sind dankbar für die Chance. Sie bringen als Persönlichkeiten schon so viel mit, was Schulabgehende oft noch nicht haben. Das ist auch eine Rückmeldung einiger Chefinnen und Chefs, die unterstreichen, wie verlässlich, fokussiert und souverän die Mütter arbeiteten. Auch in der Berufsschule sind sie oft unter den Besten. Nur ganz wenige brechen vorzeitig ab. Und nur dann, wenn etwas sehr Unvorhergesehenes sie dazu zwingt. Noch heute habe ich Kontakt zu einstigen Teilnehmerinnen, die als Fachkraft in ihrem Ausbildungsbetrieb weiterhin tätig sind.“

Die Projektleiterin begleitet nicht nur die Auszubildenden, sondern ist auch für die Betriebe da, um Fragen zu klären oder zu vermitteln. Ursula Rauscher lädt ein: „Wir suchen für die Interessentinnen Betriebe, die sich vorstellen können, in Teilzeit auszubilden, in den verschiedensten Bereichen, von kaufmännischen Berufen bis zu Pflegeberufen. Gerne informiere ich unverbindlich vorab über das Programm.“

TEP-Infobox: Gut strukturiert zum Erfolg

Jährlich können 10 Teilnehmende aus dem Kreisgebiet Siegen-Wittgenstein und Olpe an TEP teilnehmen. Sie erhalten eine individuelle Begleitung, beginnend mit einem Profiling. Es folgen Bewerbungscoaching, Hilfe bei der Suche nach passenden Unternehmen, die Möglichkeit, ein Praktikum in einem künftigen Ausbildungsbetrieb zu machen, und schließlich der Abschluss eines Ausbildungsvertrages. Im Anschluss unterstützt TEP bedarfsorientiert Auszubildende und den Betrieb. Das kann sein, bei der Frage der Kinderbetreuung, im Hinblick auf weitere Förderungen und Anträge oder auch in Problemlagen. Insgesamt werden die Auszubildenden für 12 Monate begleitet. Wichtig zu wissen für die Betriebe: Nur die Ausbildungswochenarbeitszeit im Betrieb wird verkürzt, nicht die Zeit in der Berufsschule oder die Ausbildungsdauer insgesamt. Die Vergütung wird an die geringere Stundenanzahl angeglichen.

Den positiven Blick auf die berufliche Chance gerichtet:

Auf dem Foto: Angelina möchte einen Pflegeberuf, Derya schaut sich im Bereich Handwerk und Service um, neu hinzugekommen ist Halyna, die sich im Profiling befindet, Stella wird ab Sommer eine Ausbildung zur Sozialassistentin beginnen und Rediona möchte einen Beruf, in dem sie Menschen helfen kann. Hinter ihnen steht Ursula Rauscher. Sie bringt Potenziale und Betriebe zusammen. Kontakt: ursula.rauscher@alia-siegen.de / 0177 – 1626704

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