Flexibel und verbindlich gut betreut auch außerhalb der üblichen Kernzeiten

„Sichere Betreuung ist kein Zufall, aber oft immer noch ein Glücksfall“ – anders in der Kita Kasimir sowie der Kita Lillipuz - hier ist es selbstverständlich. Das wird es auch in der Kita Hannes sein, sobald sie in die neuen Räume eingezogen ist.

Die erweiterte Betreuung bedeutet konkret, dass Kinder bereits in den frühen Morgenstunden oder bis über die übliche Schließzeit am Abend sowie auch an Samstagen in der Einrichtung fachkundig betreut werden können. Arbeitszeiten von Eltern, inklusive Anfahrt, liegen oft außerhalb der Kernzeiten einer Kita, die diese zumeist zwischen 8:00 und 17:00 Uhr angelegt hat.

Konkret bedeutet erweiterte Betreuung auch, dass sich lediglich die Öffnungszeiten der Einrichtung erweitern, nicht die Zeit, die das Kind in der Kita verbringt. Wenn ein 35- oder 45-Stunden-Kontingent gebucht ist, wird diese Dauer pro Woche nicht überschritten. Verbringt ein Kind einen Samstag in der Kita, bleibt es zumeist an einem anderen Tag in der Woche zuhause, wenn die Eltern ihren arbeitsfreien Tag haben, und die Familie genießt gemeinsam die gewonnene Zeit. Bietet eine Einrichtung die erweiterte Betreuungszeit an, entspannt sich der Bogen für die Beteiligten, beim Verbinden von Arbeits- und Familienzeit.

Einblick in die Praxis

Die Betreuungszeiten werden mit den Eltern individuell vereinbart. In der Früh haben die Kinder oft noch ein erhöhtes Ruhebedürfnis, auf das natürlich eingegangen wird. Dann gibt es für die Kinder nochmal ein Schläfchen im Ruheraum, wo sie ihr Bett mit ihrem eigenen Kuscheltier haben. Das gilt auch für die Zeit nach dem Abendbrot, die mit ruhigen Aktivitäten einher gehen kann wie Malen, Geschichten erzählen oder auch mal einem Hörspiel folgen. Im Fall von Samstagsbetreuung können auch Ausflüge in die Umgebung gemacht werden und Kinder können ihre angefangenen Projekte weiterbearbeiten.

Motivation, Hintergrund und: Das Bundesprogramm „KitaPlus“, gefördert zwischen 2016 und 2019

Viele Berufstätige in der Region sind in Einzelhandel, Service und Pflege beschäftigt, auch bei der Polizei und Feuerwehr gibt es Schichtarbeit und 6-Tage-Wochen. Für Eltern ist das oft mit großem organisatorischen Aufwand verbunden, wobei Verwandte, Freunde oder Tagesmütter*väter mit eingespannt werden müssen. Das bringt unter Umständen viel Unruhe für das Kind mit sich.

Insbesondere um Alleinerziehenden zu helfen, nimmt Alternative Lebensräume GmbH mit zwei Einrichtungen am Bundesprogramm „KitaPlus“ teil. Das Armutsrisiko für Alleinerziehende in Deutschland liegt bei 44%, sie leben fünfmal häufiger in Abhängigkeit eines Leistungsbezugs als Paarhaushalte.

Auch Einrichtungen der Trägerin beteiligten sich am Programm, um den Eltern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern. Landrat Andreas Müller lobte seinerzeit den Pioniergeist der Alternative Lebensräume GmbH.

Erfolgreiches Programm freut sich auf kooperative Partnerschaften

Die Förderung durch das Bundesprogramm „KitaPlus“ war zeitlich begrenzt und freut sich über weiteres finanzielles Engagement vor Ort, wenn es erfolgreich und für die Region und deren Familienfreundlichkeit wesentlich sein soll. „Eine solche Förderung kann auch von Unternehmen ausgehen“, sagt Geschäftsführerin Sonja Becker. „Gerne können an dem Modell interessierte Unternehmen oder Personalverantwortliche mit mir die Möglichkeiten besprechen“, lädt Sonja Becker ein. Die Vorteile für Unternehmen, die eine Kooperation mit einem KiTS-Standort zum Beispiel eingehen, liegen auf der Hand: Sie können ihren Mitarbeitenden Betreuungsplätze anbieten. Ihre jungen Eltern könnten, wenn sie es möchten, früher aus der Elternzeit zurückkehren, wenn sie ihren Nachwuchs sicher gut betreut wüssten.