Grünes Licht für TEP: ein Dauerbrenner

Ampel steht auf grün

In 2019 feiert das Projekt TEP sein 10jähriges Bestehen. Bei Alternative Lebensräume GmbH wird es seit 8 Jahren angeboten und von Ursula Rauscher geleitet.

Sie zieht eine positive Bilanz für TEP: 190 Teilnehmende wurden von uns via TEP begleitet, davon 3 Väter. 67 Teilnehmende konnten in eine Teilzeitausbildung einmünden. Über 50 von ihnen waren im Alter von 20 bis 25 Jahren. 29 starteten ihr Berufsleben im Verkauf im Einzelhandel und Handwerk. 14 ergriffen einen kaufmännischen Beruf. Das weitere Spektrum reichte von Altenpflegerin bis Zahnmedizinischen Fachangestellten.

 

Teilzeitberufsausbildung - Einstieg begleiten - Perspektiven öffnen

Logos Förderer

TEP wird vom Land NRW aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert. Das Programm beinhaltet neben dem Kompetenzprofil, Bewerbungscoaching, Praktikum, Ausbildungsplatz-Vermittlung auch Rat und Tat für Teilnehmer*innen bei ihrem Start in die Ausbildung. In der Schulungsphase erfolgt ein Profiling, werden die Stärken optimiert und folgt das Bewerbungscoaching. Danach kann ein Praktikum von drei Wochen bis zu zweieinhalb Monaten folgen, in Ausbildungsbetrieben mit der Möglichkeit einer Übernahme in die Ausbildung.

 

Prüfen Sie, ob Sie zum Kreis derjenigen gehören, für die TEP eine berufliche Perspektive bieten kann

TEP richtet sich sowohl an erziehende Mütter und Väter wie auch Menschen, die einen Angehörigen in ihrem Haushalt pflegen.

Wer noch keine duale Ausbildung absolviert oder eine Erstausbildung nicht beendet hat, kann sich für das Projekt TEP vorstellen. 

In der Vorlaufphase erfolgt ein intensives Einzelcoaching, mit Erstellung eines Bewerbungsprofils und Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche beispielsweise. TEP hilft bei der Suche nach Praktikums- und Ausbildungsbetrieben. Ist der Ausbildungsvertrag abgeschlossen, unterstützt TEP weiterhin bedarfsorientiert, das kann sein, bei der Frage der Kinderbetreuung, im Hinblick auf weitere Förderungen und Anträge oder auch in Bezug zur Kommunikation bei Problemlagen. Gerne beantwortet Ursula Rauscher Ihre Fragen und informiert Sie gezielt zum Projekt. ursula.rauscher@alia-siegen.de // Telefon: 0271 – 3846263

Jung, ledig, Mutter sucht und findet ...

Autohaus und TEP

Jessica Sennert, machte von 2014 bis 2017 ihre Ausbildung in Teilzeit zur Automobilkauffrau im Autohaus Menn, wurde bei der Prüfung Kammerbeste und vom Autohaus übernommen. Nach wie vor arbeitet die junge Mutter energiegeladen beim Autohaus Menn und ist sehr froh, dass sie 2014 nach etlichen negativen Erfahrungen über das Programm TEP diesen Ausbildungsplatz fand.

Jessica Sennert: „2014 war mein Sohn 2,5 Jahre alt. Ich hatte nach der Mittleren Reife mit Q-Vermerk ein Jahr Handelsschule gemacht, das Kind kam und ich wollte unbedingt arbeiten gehen, machte auch einige Praktika, im Vorfeld einer möglichen Einstellung. Ich hatte mir gedacht: Du bist jung, ehrgeizig und zielstrebig, da geht sicher etwas! Richtig erstaunt war ich, als ich mit Elan auf den Ausbildungsmarkt zuschritt und die Türen vor mir zugeschlagen wurden. Das war deprimierend.“ Die Ablehnungen waren deutlich, doch die junge Frau, die durch ihr Umfeld Unterstützung erfuhr im Hinblick auf die Kinderbetreuung, wollte nicht aufgeben.

Es war auch das berühmte Quäntchen Glück, dass 2014 ins Spiel kam. „Ich las in der Zeitung von Ausbildung in Teilzeit und TEP, dachte erst, wenn man da nur wieder Bewerbungen schreibt, bringt mir das nichts, andererseits: was hatte ich schon zu verlieren? Ich wurde ins Programm aufgenommen und Frau Rauscher nahm sich richtig Zeit mich kennenzulernen, merkte auch wie groß mein Wunsch war, beruflich zu starten und gab mir den Tipp, meinen Blickwinkel zu erweitern, von Bürokauffrau auch auf andere kaufmännische Berufe.“

Matthias Menn: „Ich kam durch Zufall in Kontakt mit Frau Rauscher – sie hat bei uns ein Auto gekauft und wir kamen ins Gespräch.“ Von der Möglichkeit einer Ausbildung in Teilzeit habe er vorher noch nichts gehört, hatte aber zuvor schon manches Pech mit Auszubildenden gehabt und wollte in 2014 gar keinen Azubi mehr nehmen. Als er über TEP informiert war, fand er die Idee gar nicht schlecht – versuchen könne man es ja mal. Dem Ausbildungsvertrag ging ein Praktikum voraus.

Ursula Rauscher: „Dass Frau Sennert gut in den Betrieb des Autohauses passen könnte, sagte mir meine Erfahrung, da hatte ich gleich ein gutes Gefühl. Doch das allein reicht bekanntlich nicht und bei TEP gibt es immer die Möglichkeit eines vorherigen Praktikums, damit sich beide kennenlernen können.“

Matthias Menn: „Gerade, wenn die jungen Menschen von der Schule kommen, wissen einige noch gar nicht, was sie wirklich wollen. Bei Frau Sennert war das anders. Das hat mir gleich gut gefallen und ich war mir sicher, dass sie die Ausbildung meistern wird, wenn sie die Chance bekommt. Wir haben uns dann auch schnell auf die Arbeitszeiten geeinigt.“

Verständnis, Verstand, Verständigung – man könnte sagen, das ist eine Begriffsreihe, die eine Voraussetzung zum Gelingen flexibler Arbeitszeitmodelle sein kann. Es braucht einen guten Dialog und natürlich den Willen, eine Ausbildung mit Erfolg beenden zu wollen und das mit der alleinigen Verantwortung für ein Kind.